Wohnungsbau und bezahlbares Wohnen in Lauenburg-Süd | Katrin Schulte-Wiegratz

THEMA 2 VON 10 · WAHLKREIS 35 – LAUENBURG-SÜD

Wohnungsbau und bezahlbares Wohnen in Lauenburg-Süd

Wie kann zusätzlicher Wohnraum entstehen, der für Familien, Beschäftigte, junge Menschen und ältere Generationen erreichbar bleibt?

Wohnraum als zentrale Zukunftsfrage

Wohnungsbau ist einer der beiden bei der Nominierung von Katrin Schulte-Wiegratz ausdrücklich genannten politischen Schwerpunkte. Damit besteht auch bei diesem Thema ein belegter persönlicher Bezug der SPD-Kandidatin.

Die konkrete Herausforderung sieht innerhalb von Lauenburg-Süd jedoch unterschiedlich aus. Geesthacht, Lauenburg/Elbe und Schwarzenbek besitzen andere bauliche Strukturen und Entwicklungsmöglichkeiten als kleinere Gemeinden in Hohe Elbgeest, Lütau oder Schwarzenbek-Land.

Bezahlbarer Wohnraum betrifft nicht nur Menschen mit geringem Einkommen. Auch Familien, Auszubildende, Beschäftigte, Alleinerziehende und ältere Menschen benötigen Wohnungen, die zu ihrer Lebenssituation passen.

Wohnungspolitik sollte deshalb nicht ausschließlich auf eine Gesamtzahl neuer Wohnungen reduziert werden. Entscheidend ist auch, welche Wohnungen an welchem Ort entstehen.

Belegte Position: Wohnungsbau wurde bei der Nominierung von Katrin Schulte-Wiegratz ausdrücklich als persönlicher Schwerpunkt genannt. Darüber hinausgehende konkrete Maßnahmen werden nur mit belastbarer Quelle als ihre Position bezeichnet.

Wohnungsbau benötigt Infrastruktur

Neue Wohngebiete verändern eine Stadt oder Gemeinde. Zusätzliche Einwohnerinnen und Einwohner benötigen Straßen, Wasser- und Abwasserinfrastruktur, Schulen, Kinderbetreuung, Nahverkehr, medizinische Versorgung und Einkaufsmöglichkeiten.

Deshalb sollte Wohnungsbau gemeinsam mit kommunaler Infrastruktur geplant werden. Ein schnell geschaffenes Baugebiet kann langfristig Probleme verursachen, wenn notwendige Einrichtungen nicht rechtzeitig mitwachsen.

Das gilt insbesondere für Kommunen, deren Haushalte bereits stark belastet sind. Neue Wohnungsbauprojekte können zusätzliche Einnahmen und Entwicklungschancen schaffen, zugleich aber erhebliche Investitionen auslösen.

Schwarzenbek: Wohnen als Teil der Stadtentwicklung

Schwarzenbek behandelt Wohnen und Bauen in seinem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept gemeinsam mit Mobilität, Gewerbe, Bildung, sozialen Fragen und weiteren Stadtentwicklungsthemen.

Dieser Ansatz zeigt, dass Wohnungsbau nicht isoliert betrachtet werden sollte. Ein neues Quartier funktioniert nur dann dauerhaft gut, wenn Menschen Schulen, Arbeitsplätze, Einkaufsmöglichkeiten und Verkehrsanbindungen erreichen können.

Auch öffentliche Räume und Grünflächen beeinflussen die Lebensqualität eines Quartiers.

Eine Aufgabe der Landespolitik kann darin bestehen, kommunale Planungen durch Städtebau- und Wohnraumförderung zu unterstützen und gleichzeitig Verfahren so zu gestalten, dass Projekte rechtssicher und effizient umgesetzt werden können.

Lauenburg/Elbe und beschleunigter Wohnungsbau

In Lauenburg/Elbe beschäftigte sich die Kommunalpolitik 2026 mit Leitlinien für Zustimmungsverfahren im Zusammenhang mit bundesrechtlichen Möglichkeiten zur Beschleunigung des Wohnungsbaus.

Damit wird eine wichtige Grundfrage sichtbar: Wie können Planungs- und Genehmigungsverfahren schneller werden, ohne kommunale Planungshoheit, Infrastrukturfragen und berechtigte Interessen der Umgebung aus dem Blick zu verlieren?

Beschleunigung kann sinnvoll sein, wenn unnötige Verfahrensschritte vermieden werden. Sie ersetzt aber nicht die fachliche Prüfung eines Projekts.

Gerade in historisch geprägten Städten müssen Wohnraumbedarf, Stadtbild und vorhandene Infrastruktur miteinander in Einklang gebracht werden.

Soziale Wohnraumförderung

Das Land Schleswig-Holstein fördert den sozialen Wohnungsbau. Für das Haushaltsjahr 2027 sind nach dem Haushaltsentwurf einschließlich Bundesmitteln erneut erhebliche Mittel für soziale Wohnraumförderung vorgesehen.

Solche Programme können helfen, Wohnungen zu schaffen, die über längere Zeit bestimmten Miet- und Belegungsbedingungen unterliegen.

Für die praktische Wirkung im Wahlkreis ist jedoch entscheidend, ob Kommunen, Wohnungsunternehmen und andere Bauherren geeignete Grundstücke und Projekte entwickeln können.

Fördermittel allein schaffen noch keine Wohnung. Planung, Grundstück, Finanzierung, Genehmigung und tatsächlicher Bau müssen zusammenkommen.

Wohnraum für unterschiedliche Lebensphasen

Der Bedarf an Wohnraum verändert sich im Laufe des Lebens. Familien benötigen häufig größere Wohnungen oder Häuser. Junge Menschen suchen bezahlbare kleinere Wohnungen. Ältere Menschen können barrierearme Wohnungen benötigen.

Wenn passende Angebote fehlen, bleiben Menschen teilweise in Wohnungen, die nicht mehr zu ihrer Lebenssituation passen. Dadurch können größere Wohnungen dem Markt länger entzogen sein.

Eine vielfältige Wohnungsstruktur kann deshalb helfen, Umzüge innerhalb einer Stadt oder Gemeinde zu ermöglichen.

Auch betreute Wohnformen oder seniorengerechte Quartiere können für die langfristige Entwicklung relevant sein.

Bezahlbarkeit und Baukosten

Bezahlbarer Wohnraum hängt nicht allein von politischen Vorgaben ab. Grundstückspreise, Baukosten, Zinsen, energetische Anforderungen und technische Standards beeinflussen die Kosten eines Projektes.

Politik kann jedoch Rahmenbedingungen verändern. Förderprogramme, Baurecht, Landesbauordnung und kommunale Planung können beeinflussen, ob Projekte wirtschaftlich umsetzbar sind.

Gleichzeitig muss bei Vereinfachungen berücksichtigt werden, dass Gebäude über viele Jahrzehnte genutzt werden. Kurzfristig eingesparte Kosten können langfristig höhere Energie- oder Unterhaltungskosten verursachen.

Deshalb sollte die Debatte nicht nur darum geführt werden, möglichst billig zu bauen, sondern dauerhaft bezahlbaren und nutzbaren Wohnraum zu schaffen.

Flächenverbrauch und Nachverdichtung

Neue Wohnungen können auf unterschiedlichen Wegen entstehen. Dazu gehören neue Baugebiete, Nachverdichtung, Dachausbau, Umnutzung bestehender Gebäude oder die Entwicklung brachliegender Flächen.

Welche Lösung sinnvoll ist, hängt stark vom jeweiligen Ort ab.

Nachverdichtung kann vorhandene Infrastruktur besser nutzen, führt aber möglicherweise zu Konflikten mit Nachbarschaft, Grünflächen oder Verkehr. Neue Baugebiete bieten mehr planerische Freiheit, benötigen jedoch häufig neue Infrastruktur.

Kommunen müssen deshalb selbst entscheiden können, welche Kombination zu ihrer Entwicklung passt.

Stadt und ländlicher Raum

Wohnungspolitik darf sich nicht ausschließlich auf die größeren Städte konzentrieren.

Auch kleinere Gemeinden können Wohnraum benötigen, beispielsweise für junge Familien oder ältere Einwohnerinnen und Einwohner, die im Heimatort bleiben möchten.

Gleichzeitig muss dort besonders geprüft werden, ob Nahverkehr, Betreuung, Schulen und Versorgung erreichbar bleiben.

Eine landesweite Wohnungsbaupolitik sollte deshalb regionale Unterschiede berücksichtigen und Kommunen ausreichend Spielraum für eigene Lösungen geben.

Wohnungsbau und Wirtschaft

Wohnraum und Wirtschaft hängen eng zusammen. Unternehmen können offene Stellen schwieriger besetzen, wenn Beschäftigte in erreichbarer Entfernung keinen geeigneten Wohnraum finden.

Besonders in der Nähe der Metropolregion Hamburg kann der Wettbewerb um Wohnraum auch Auswirkungen auf regionale Unternehmen haben.

Deshalb stehen die ersten beiden Themen dieser Serie nicht zufällig nebeneinander. Wirtschaft, Arbeitsplätze und Wohnungsbau beeinflussen sich gegenseitig.

Frage an Katrin Schulte-Wiegratz

Welche Maßnahmen des Landes Schleswig-Holstein sollten aus Ihrer Sicht dazu beitragen, dass in Lauenburg-Süd zusätzlicher und bezahlbarer Wohnraum entsteht, ohne die kommunale Infrastruktur und die Städte und Gemeinden zu überfordern?

FAQ – Wohnungsbau in Lauenburg-Süd

Ist Wohnungsbau ein persönlicher Schwerpunkt von Katrin Schulte-Wiegratz?

Ja. Wohnungsbau wurde bei ihrer Nominierung ausdrücklich als politischer Schwerpunkt genannt.

Bedeutet das, dass alle auf dieser Seite genannten Maßnahmen ihre Forderungen sind?

Nein. Regionale Herausforderungen und mögliche politische Instrumente werden von persönlichen Positionen getrennt dargestellt.

Warum ist kommunale Infrastruktur wichtig?

Neue Wohnungen erhöhen den Bedarf an Verkehr, Schulen, Kinderbetreuung, Ver- und Entsorgung und anderen kommunalen Leistungen.

Welche Rolle spielt das Land?

Das Land kann unter anderem Wohnraumförderung, rechtliche Rahmenbedingungen und Städtebauförderung gestalten.

Warum werden Stadt und Land getrennt betrachtet?

Weil Wohnraumbedarf, verfügbare Flächen und Infrastruktur in größeren Städten und kleineren Gemeinden unterschiedlich sein können.

Geprüfte Quellen und weiterführende Informationen

Stadt Schwarzenbek – Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept:
Informationen zur Stadtentwicklung

Stadt Lauenburg/Elbe:
Bericht des Bürgermeisters vom 10. Juni 2026

Land Schleswig-Holstein:
Haushaltsentwurf 2027

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